Die installierte Technik in der Kirche
Induktive Hörschleife
Die Genezareth-Kirche hat eine sehr gute Akustik. Daher hat der Gemeindekirchenrat davon abgesehen, eine Lautsprecheranlage einbauen zu lassen. Es gibt jedoch Hörschädigungen und Schwerhörigkeit, die eine Verstärkung nötig machen. Das normal gesprochene Wort wird dann nicht oder nur teilweise verstanden.Die beiden Grenzflächen-Mikrophone liegen mittig auf dem Altar und direkt neben dem Pult der Kanzel. Damit ist jedes gesprochene Wort gut "eingefangen" und über die Verstärkung zu hören. Am Eingang der Kirche steht ein Schild, das auf die eingeschaltete Anlage aufmerksam macht.
Ein schnurloses Ansteckmikrophon steht ebenfalls zur Verfügung, sodaß Lektorinnen und Lektoren, Pastorin und Pfarrer nicht unbedingt "wie angewurzelt" am Altar stehen müssen und sich frei sprechend auch im Kirchenraum bewegen können.
Lichttechnik
Die Wandlampen und die Hängeleuchten im Kirchenschiff stammen aus der Zeit des Wiederaufbaus 1958 und wurden bei der Rekonstruktion 2007 aufgearbeitet und mit neuen Leuchtmitteln - Neonröhren bzw. Energiesparlampen - ausgestattet. Die Lichtfarbe in der Kirche ist bei allen Leuchtmitteln einheitlich "Lichtfarbe 827 (warmton)". Die installierte Lichtleistung verringerte sich von 5 kW auf 1,6 kW bei weitaus besserer Helligkeit und Lichtqualität.Der Altarraum und die Orgelempore verfügen über Halogen-Metall-Dampfstrahler. Im Altarraum wird der blaue "Himmel", die Apsis, über zwei Strahler (je 35 Watt) von den Seiten angestrahlt. Der Altarraum kann über drei Strahler (je 70 Watt) und zwei dimmbare Halogenleuchten (je 90 Watt) ausgeleuchtet werden. Die Orgelempore wird ebenfalls durch drei Downlights (35 Watt) und zwei dimmbare Halogenstrahler (90 Watt) erhellt. Alle Downlights sind vom Dachraum her mit der Hand frei justierbar, sodaß besondere Lichtpunkte und Helligkeiten geschaffen werden können. Das Licht im Kirchenschiff wird zentral geschaltet, auf der Orgelempore vor Ort.
Wikipedia zu Halogen-Metall-Dampflampen:Halogen-Metalldampflampen sind Leuchtmittel aus der Gruppe der Gasentladungslampen, die als Füllung Halogene enthalten. Weiterhin ist Xenon oder Neon als Startergas enthalten. Die Halogen-Metalldampflampe erreicht gegenüber anderen Hochdruck-Gasentladungslampen einen sehr hohen Farbwiedergabeindex von bis 90 (bei den für Film- und TV eingesetzten HMI-Lampen bis 96), sehr hohe Lichtausbeuten von bis zu 117 lm/W bei guter und bis 110 lm/W bei sehr guter Farbwiedergabe und gehört neben den Natriumdampflampen und neuerdings den LED-Lampen zu den effizientesten Lampen überhaupt. Sie können bis zu 38 % ihrer aufgenommenen Leistung in sichtbares Licht umsetzen und erreichen an elektronischen Vorschaltgeräten bis zu 30.000 Stunden Lebensdauer. ... So bietet eine 70 W Lampe so viel Licht wie eine 400 W Halogenlampe, hält ca. 10mal so lange und spart über die gesamte Lampenlebensdauer betrachtet 6000 kWh Energie ein.
- kurze Lichtschiene für Strahler im linken Seitenschiff
- lange Lichtschiene für Strahler im rechten Seitenschiff
- zwei senkrechte Lichtschienen auf beiden Seiten im Altarraum.
Heizung - Kirchensitzheizung
Die Kirche wird durch eine leistungsfähige Warmluftheizung beheizt. Das hat den Vorteil, dass die Raumtemperatur relativ schnell ansteigt, jedoch den Nachteil, dass die Orgel, die Temperatursprünge nicht verträgt, darunter leidet. Eine Wärmedämmung der Kirche ist praktisch nicht vorhanden, sodaß ein "Temperatur halten" nicht möglich ist. Alle Fenster sind einfach verglast, das Gewölbe besteht aus 5 cm dicken "Sauerkrautplatten" - eine geniale Konstruktion, die jedoch keine nennenswerte Dämmung aufweist. Eine nachträgliche Wärmedämmung der Kirche ist mit vertretbarem Aufwand nicht möglich, sie müßte praktisch neu gebaut werden.
Daher muss ständig ein Kompromiß zwischen Wohlfühltemperatur, baulicher Erhaltung (Kondenswasserbildung, Kältebrücken und Schutz der Orgel) und Energieverbrauch (Umwelt, CO2-Ausstoß) gefunden werden.
Dazu kommt noch die physikalisch bedingte Luftschichtung. Warme Luft steigt immer nach oben, kühlt oben ab und fällt an den Wänden als kalte Luft nach unten. Dies macht in der Kirche den Eindruck, dass es sehr "zieht" an manchen Plätzen.
Wir versuchen wie folgt damit umzugehen:
Die Warmluftheizung wird sehr behutsam eingesetzt, pro Stunde maximal 1 Grad Temperaturerhöhung soll nicht überschritten werden. Die Temperatur soll möglichst 15 Grad an der Orgel nicht überschreiten, d.h. im Kirchenschiff am Sitzplatz sind es 13 bis 14 Grad. Dies ist nicht unbedingt eine Wohlfühltemperatur.
Dies brachte uns auf die Idee, eine Kirchensitzheizung der Firma EFG einzubauen. Die Sitzkissen auf den Bänken werden elektrisch beheizt und erzeugen so - wenigstens partiell - ein Wärmeempfinden. Das Geld reichte für 10 Bankreihen und auf beiden Seiten wurden so die ersten 5 Sitzreihen damit ausgestattet. Alle Bankreihen wurden schon mit elektrischen Anschlüssen vorbereitet, um einfach nachinstallieren zu können. Der gesamte Kirchraum mit 2x12 Bänken ist in 4 Schaltkreise aufgeteilt, die einzeln zugeschaltet werden können, je nach dem, wie viele Bänke belegt sind. Zur Zeit sind davon nur 2 Kreise für die 10 Bänke aktiv. Der Preis pro Bank - also ein langes Sitzkissen - beträgt 700...800 Euro + Installation. Dies erscheint hoch, aber siehe Erfahrungsbericht und Stromverbrauch.
Die Erfahrungen nach zwei Heizperioden sind eindeutig positiv. Das warme Sitzen wird als angenehm empfunden. Je nach Temperatur können 6 Heizstufen zentral gewählt werden. Für kurze Andachten kann völlig auf Raumheizung verzichtet werden, weil der Sitzplatz warm ist. Allerdings werden Knie und Füße nach und nach kühl, die richtige Kleidung sollte trotz aller Raum- und Sitzheizung gewählt werden. Es gibt ein leichtes Einstreuen der 50 Hz Netzbrummen in die Hörschleife. Da aber die Heizung nicht ständig läuft - Impulsbetrieb - stört dies kaum und wenn, dann nur in Trafonähe auf den Plätzen nahe am Mittelgang.
Der Stromverbrauch ist denkbar gering. Prognostiziert sind ca. 15 Euro pro Jahr. Selbst gemessen haben wir noch nicht. Am Elektroenergieverbrauch ist jedoch keinerlei Veränderung feststellbar, so gering ist der Anteil. Es werden die Kissen in der gesamten Länge aufgeheizt, jedoch nicht mehr als 38...40 Grad. Die obere Dämmschicht läßt die Wärme nur durch, wenn sie zusammengedrückt wird, sich also jemand draufsetzt. Ansonsten fühlen sich die Kissen kalt an.
In unserer Kirchengemeinde sind Spendenaktionen im Gange, um weitere Bänke mit Sitzheizung auszustatten. Dies belegt am deutlichsten die positive Erfahrung mit der "Kirchensitzheizung".
Wer sich für diese Sitzheizung interessiert, kann uns gern im Gottesdienst und zu Konzerten besuchen. Weitere Beratung bekommen Sie bei Friedrich Heilmann.




