
Auch in Erkner gab es bis 1933 jüdisches Leben. 37 jüdische Bürgerinnen und Bürger lebten 1925 im Ort. Es waren Familien, Kinder, einzelne Persönlichkeiten, Geschäftsinhaber und Bewohnerinnen von Heim Gottesschutz. Ihre Namen und und ihre Geschichte sollen nicht in Vergessenheit geraten. In einer unveröffentlichten Arbeit „Jüdisches Leben in Erkner“ von Dr. Horst Präkel wurde die Grundlage für weitere Forschungsarbeit gelegt.
2005 ist bei den Vorbereitungen zum 60. Jahrestag des Kriegsendes in Erkner von der Evangelischen Genezareth-Kirchengemeinde die Initiative ergriffen worden, auch in Erkner mit dem Projekt STOLPERSTEINE an jüdisches Leben zu erinnern. Mit einer Messingplatte im Gehweg wird vor den letzten Wohn- oder Arbeitsstätten an die jüdischen Bürgerinnen und Bürgern erinnert, die dort lebten. Der Kölner Künstler Gunter Demnig fertigt diese Messingplatten an, auf denen der Name und einzelne Daten zu lesen sind.
Bei einer konstituierenden Sitzung, zu der die Evangelische Gemeinde zum Projekt STOLPERSTEINE im Oktober 2005 eingeladen hatte, haben die Schulen am Ort - Oberschule J.R. Becher, Löcknitz-Grundschule und das Carl Bechstein Gymnasium - und ebenso der Heimatverein, Heim Gottesschutz, der Tourismusverein Erkner und die Linke.PDS zusammen mit der Stadt Erkner und der katholischen St. Bonifatiusgemeinde ihr Interesse zum Ausdruck gebracht und die Forschungsarbeit begonnen.
Am 9. Mai 2006 ist die erste Verlegung erfolgt und es konnten bis zum Juli 2008 für die Familien Seligmann, Karfunkelstein, Dymak, Hönigsberg und Elly Wachtel sowie Herta Striem STOLPERSTEINE verlegt werden. 16 Steine erinnern die Namen und wir lesen die Orte Auschwitz, Theresienstadt, Minsk, KZ Oranienburg zusammen mit den Worten
verhaftet, deportiert, ermordet, ausgewiesen, Flucht in den Tod, Flucht nach Palästina und England und auch versteckt und überlebt auf ihnen. Die STOLPERSTEINE in unserer Stadt sind Steine des Erinnerns im Alltag, nicht nur an Gedenktagen. Wir brauchen das Erinnern täglich: Erinnern lehrt vorbeugen.
Allen, die sich versucht haben zu erinnern, nachgefragt, geforscht und aufgeschrieben haben, wissen wie schwer es ist, diese Erinnerungsarbeit zu leisten. Aber es ist uns aufgegeben, diese Arbeit zu tun. Mit den eindringlichen Worten des Schriftstellers und Nobelpreisträger Elie Wiesel ist uns gesagt: „Wer die Opfer vergisst, tötet sie ein zweites Mal“.
Cordula Heilmann, Pastorin
Genezareth-Kirchengemeinde Erkner
(Vorwort zum Erkneraner Heft Nr. 12: "Jüdische Schicksale in Erkner 1933 - 1945" )
Das Erkneraner Heft kann über den Heimatverein bezogen werden. Dort sind neben der Forschungsarbeit zum jüdischen Leben in Erkner von Horst Präkel auch alle Faltblätter enthalten.
Faltblätter mit biographischen Angaben als pdf-Datei. Hier in einer kleineren Dateiversion.
Eine Druckfassung der Faltblätter befindet sich im download-Bereich.
Genezareth-Kirchengemeinde Erkner
(Vorwort zum Erkneraner Heft Nr. 12: "Jüdische Schicksale in Erkner 1933 - 1945" )
Das Erkneraner Heft kann über den Heimatverein bezogen werden. Dort sind neben der Forschungsarbeit zum jüdischen Leben in Erkner von Horst Präkel auch alle Faltblätter enthalten.
Faltblätter mit biographischen Angaben als pdf-Datei. Hier in einer kleineren Dateiversion.
Eine Druckfassung der Faltblätter befindet sich im download-Bereich.
| Faltblätter zur Verlegung | Bilder von der Verlegung | |||
| Verlegung Stolpersteine Karfunkelstein und Seligmann | |||
| ||||
| Verlegung Stolpersteine Wachtel und Striem | |||
| Verlegung Stolpersteine Dymak | |||
| Verlegung Stolpersteine Hönigsberg |
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Download 2006-05-09_Familie Karfunkelstein-web.pdf