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Vorgeschichte

Die Vorgeschichte 

Erkner liegt an der vor allem durch die Spree markierten Grenze zwischen den beiden historischen brandenburgischen Ländern Barnim im Norden und Beeskow-Storkow im Süden. Erstmals wurde der Ort, der damals zum Amt Rüdersdorf gehörte, im dortigen Kirchenbuch erwähnt: Der Fischer Hans aus Arckenow lässt seine Tochter Marie am Mittwoch, dem 28. Januar 1579, taufen. Eintragung im Rüdersdorfer Kirchenbuch 

Doch die christliche Geschichte Erkners und seiner Umgebung beginnt viel früher. 1157 bekannte sich der Fürst Jaczko, der auf seiner Burg Cöpenick wohnte, zum Christentum. Zu seinem Gebiet gehörte auch die von den "Zpriauwani" bewohnte Spreeaue. Er rief christliche Priester und Mönche in das Land, die 1160 ein Zisterzienser-Feldkloster in Kagel gründeten. "Bete und arbeite" hieß ihre Lebensregel.
Die Mönche entdeckten die Kalkberge und begannen mit dem Abbau des wertvollen Baumaterials. Zwischen den Jahren 1436 und 1471 verlegten sie ihren Sitz nach Rüdersdorf. Das Wirken der Mönche in diesem Raum hatte wesentliche Veränderungen zur Folge. Bildung und technischer Fortschritt ließen die Wirtschaft aufblühen und führten zu einem verstärkten Zuzug von Siedlern aus deutschsprachigen Gebieten. In dieser Zeit erfolgten auch die meisten Dorfgründungen in dieser Gegend. 

Die Erneuerung der Kirche durch die Reformation begann bereits 1541 in der Pfarre Rüdersdorf mit einer Kirchenvisitation. Der damalige Pfarrer Johann Arndt wurde mit allen Einwohnern evangelisch, und sie schlossen sich den neuen Lehren und Bekenntnissen an. Auch die meisten seiner Amtsbrüder bekannten sich zum lutherischen Glauben. 

Um die Mitte des 16. Jahrhunderts war die Reformation auch im Lande Beeskow-Storkow vollständig eingeführt worden. Die Spreebordbewohner gingen zur Kiche nach Spreenhagen. In dem ältesten Kirchenbuch von Markgrafpieske, das bis 1644 zurückgeht, sind Namen von Spreebordbewohnern niedergeschrieben, die auch heute noch in den Gemeinden vorkommen, wie Selke, Stein, Krüger, Sielisch, Rölke, Richter, Graßnick und Noack. 

Unter Friedrich dem Großen vollzog sich dann jenes Besiedlungswerk, das seinen Landen neue fruchtbare Ackerflächen und zahlreiche neue betriebsame Bewohner verschaffte. So wurden längs der Spree von Mönchwinkel bis zum Buchhorst bei Erkner neben einfachen Büdnern, ausgedienten und invaliden Soldaten, die meist als Waldarbeiter beschäftigt wurden, auch mehrere Pfälzer Bauern angesiedelt, von denen nur Menk, Hölzermann und Keller genannt seien, weil deren Nachkommen, von Keller allerdings nur weibliche Nachkommen, noch in oder in der Nähe von Erkner leben.

Den neuen Spreebordbewohnern, die in ihrer alten Heimat ihre Wohnungen oft in der Nähe der Kirche hatten, war der Weg zur Kirche nach Spreenhagen zu weit und beschwerlich. Auf der langen Strecke von Cöpenick bis Fürstenwalde gab es keine Brücke. Besonders im Frühjahr und Herbst war das ganze Spreetal oft vom Hochwasser überschwemmt, und im Winter machte Eisgang die überfahrt über die Spree unmöglich. Deshalb wandten sich die Bürger am 21. Oktober 1750 an die Regierung mit der Bitte, ihnen im Mittelpunkt der Ansiedlungen, in "Freyenbring", ein Bethaus einzurichten.
Auf dieses Gesuch gab die Domänenkammer dem Amt Rüdersdorf, unter dessen Verwaltung die Spreebordbewohner standen, zur Erwägung, ob "die Stuben, so der verstorbene Ober Jäger Meister auf der Hohen Binde neben Schwadtcken bauen lassen, nicht zum Bethause aptirt werden könne." Nach dem Bericht des Amtsrats Heidenreich in Rüdersdorf erwies sich diese Stube aber als ungeeignet. Die Spreebordbewohner von Sieverslake an abwärts fanden aber bald eine andere Möglichkeit:

Gleichzeitig mit der 1751 erfolgten Gründung der beiden Dörfer Neu Zittau und Gosen wurde in Neu Zittau eine Kirche errichtet. Zu ihr gingen nicht nur die Bewohner der beiden neuen Dörfer, sondern auch die Christen der bisher kirchlich zu Spreenhagen gehörenden Ansiedlungen am jenseitigen Spreeufer von Stäbchen bis Kaniswall und des alten Kirchdorfs Wernsdorf.

Ende des 17. Jahrhunderts bestand Erkner eigentlich, abgesehen von der nahen Siedlung der Fischer, aus einer Posthalterei am jetzigen Friedensplatz und einem Forsthause an der alten Fürstenwalder Poststraße. Ganz allmählich vergrößerte sich der Ort vor allem in Richtung Süden längs der Friedrichstraße. 1837 zählte Erkner erst 175 Einwohner, und 1856 waren es 269 Einwohner. Durch den Eisenbahnverkehr und durch die Errichtung mehrerer Fabriken wuchs die Einwohnerzahl bis 1884 auf 1.100 und betrug bereits 1896 fast 3.000 Seelen. 

Kirchlich gehörte Erkner bis dahin zu Woltersdorf. Kirche und Kirchhof befanden sich dort. Erst 1863 erhielt Erkner seinen eigenen Kirchhof an der Neu-Zittauer Straße. Er befand sich auf dem jetzigen Gelände des Neubaus des Erkneraner Gymnasiums. Die Gottesdienste fanden seit 1853, der großen Entfernung und der kleinen Kirche in Woltersdorf wegen, im Bahnhofsgebäude zu Erkner statt. Seit 1857 wurden sie im alten Schulhause und von 1878 an im neuen Schulhause abgehalten. Pfarrarchiv
 
     
 
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